Ein Bagger, der an der Löffellagerung zu viel Spiel hat, ist ein Sicherheits- und Präzisionsproblem, das mit jeder Betriebsstunde grösser wird. Der Löffel wackelt, die Hydraulik arbeitet gegen ausgeschlagene Lager, und irgendwann reisst die Buchse ganz aus. Der klassische Reflex ist der komplette Ausbau des Bauteils und der Transport in eine Werkstatt. Es geht schneller, günstiger und mit weniger Stillstandzeit: mit einem mobilen Bohrwerk, das direkt zur Maschine kommt.
Das Wichtigste vorab: Ausgeschlagene Bolzen- und Buchsenaufnahmen an Baumaschinen lassen sich mit einem mobilen Bohrwerk vor Ort wieder masshaltig herstellen. Statt das Bauteil auszubauen und zu verschicken, spindeln wir die Lagerstelle direkt an der Maschine aus, schweissen bei Bedarf auf und stellen das Originalmass wieder her. Das spart oft mehrere Tage Stillstand.
Wenn Bolzen und Buchsen ausschlagen: das eigentliche Problem
Bolzen und Buchsen sind die klassischen Verschleissteile an jeder Baumaschine. Überall dort, wo sich Bauteile gegeneinander bewegen, arbeiten sie: am Ausleger, am Stiel, am Löffel, an der Schnellwechseleinrichtung, im Knickgelenk eines Radladers. Mit jeder Betriebsstunde entsteht Spiel. Am Anfang ist das nur ein leichtes Klappern. Wird es ignoriert, frisst sich das Spiel weiter. Der Bolzen schlägt die Buchse oval, dann greift der Verschleiss auf die Lageraufnahme im Bauteil selbst über. Ab diesem Punkt reicht es nicht mehr, einfach eine neue Buchse einzupressen, weil die Aufnahme im Grundmaterial bereits ausgeschlagen ist. Genau hier trennt sich fachgerechte Instandsetzung vom blossen Teiletausch. Der wirtschaftliche Schaden liegt selten im Bauteil und fast immer in der Stillstandzeit. Eine stehende Maschine auf der Baustelle kostet pro Tag ein Vielfaches der eigentlichen Reparatur. Deshalb zählt bei dieser Art Schaden vor allem eines: Tempo.Was ein mobiles Bohrwerk kann
Ein mobiles Bohrwerk ist im Kern eine transportable Bohr- und Spindeleinheit, die direkt am Bauteil aufgespannt wird. Damit stellen wir eine ausgeschlagene Lagerbohrung wieder masshaltig her, indem wir sie kontrolliert aufbohren und ausspindeln, ohne die Maschine zu zerlegen. Der Ablauf kombiniert zwei Verfahren:- Auftragsschweissen: Die ausgeschlagene Bohrung wird innen wieder aufgeschweisst, sodass überhaupt genug Material für ein neues Passmass vorhanden ist.
- Ausspindeln: Anschliessend wird die Bohrung mit dem Bohrwerk exakt auf das Originalmass ausgedreht, sodass die neue Buchse mit festem Presssitz sitzt und der Bolzen anschliessend sauber läuft.
So läuft die Instandsetzung vor Ort ab
Der grosse Vorteil des mobilen Verfahrens ist, dass die Maschine dort bleibt, wo sie ist. Ein typischer Ablauf sieht so aus:- Begutachtung: Wir schauen uns das Lagerspiel an und messen, wie weit der Verschleiss fortgeschritten ist. Danach steht fest, ob Aufschweissen nötig ist, ob eine Übermassbuchse reicht oder nur neu ausgespindelt wird.
- Aufspannen: Das Bohrwerk wird direkt am Bauteil ausgerichtet und fixiert. Die richtige Ausrichtung entscheidet über das Ergebnis, hier steckt die eigentliche Erfahrung.
- Auftragsschweissen: Bei stark ausgeschlagenen Aufnahmen bauen wir Material auf, damit wieder ein sauberes Passmass entstehen kann.
- Ausspindeln: Die Bohrung wird auf das Originalmass ausgedreht.
- Montage: Neue Bolzen und Buchsen werden gesetzt, das Spiel kontrolliert, die Maschine ist wieder einsatzbereit.
Für welche Maschinen und Bauteile
Ausgeschlagene Lagerstellen treten überall dort auf, wo grosse Kräfte über Gelenke laufen. Typische Kandidaten für das mobile Bohrwerk sind:- Bagger: Ausleger, Stiel, Löffelaufnahme, Schnellwechsler
- Radlader: Knickgelenk, Schaufelkinematik, Hubgerüst
- Anbaugeräte: Greifer, Löffel, Klappschaufeln
- Landmaschinen: Frontlader, Dreipunktaufnahme, Hydraulikzylinder-Augen
- Stahlbau und Sonderkonstruktionen mit grossen Lageraugen









